Agedashi-Tofu ist eines der bekanntesten
Tofugerichte,
das mit Tempurasauce serviert wird. Die feine Geschmacksmischung
aus
Tofu, ein bisschen süßer Sojasauce und Rettich finden viele
ausländische Gäste bei mir gut. Da ich nicht so gerne fritiere, ist
dieses Rezept
eine sehr vereinfachte Version, die Sie sicher ohne Hemmung leicht
nachmachen können.
In die Sauce kommt eigentlich japanischer Fischfond (Dashi),
der aus Braunalgen (Kombu) und getrocknetem Bonitofilet gewonnen wird.
Dashi
ist für die japanische Küche sehr wichtig, und wird sehr oft für Saucen
und Suppen benutzt. Kombu verleiht einen feinen Glutamat- (Umami-)
Geschmack,
und gehobelter getrockneter Bonito verleiht einen feinen
Fischgeschmack.
Anders als europäischer
Fleisch- oder Fischfond stellt man Dashi sehr schnell her, man köchelt
diese Zutaten höchstens 5-6 Minuten.
Trotzdem ist es ein bisschen mühsam, bei jeder Kochzubereitung Dashi
herzustellen. Für die familiengerechte Benutzung gibt es pulverartiges
Dashi-Extrakt (Dashinomoto), damit wird japanisch Kochen sehr
erleichtert.
Dashinomoto können Sie beim japanischen Lebensmittelgeschäft kaufen,
aber ich wollte nicht eine Zutat ins Rezept schreiben, die Sie
vielleicht sonst nie benutzen können. Ich habe lange überlegt und
ausprobiert, ob es etwas gibt, um Dashinomoto zu ersetzen. Es sollte in
Europa
leichter erhältlich und für die
Küche universeller verwendbar sein.
Eines Tages fiel mir auf, dass Austernsauce vielleicht
eine Alternative ist, da sie den feinen Geschmack von Meeresfrüchten
enthält.
Ich habe die beiden Varianten, eine mit Austernsauce und eine mit
Dashi, gleichzeitig zubereitet und miteinander verglichen. Beide sind
geschmacklich sehr ähnlich und schmecken fein. Nun bin ich sehr
glücklich, dass ich
das feine Rezept für Agedashi-Tofu präsentieren kann.
   
Agedashi-Tofu für 2 Personen
Tofu
Speisestärke |
300g
3EL |
| Öl zum Braten |
2EL |
Sojasauce
Sake (Reiswein)*
Zucker
Austernsauce**
Wasser |
2EL
1EL
1EL
2TL
150g |
Rettich
Frühlingszwiebel
Ingwer |
100g
|
*
Wenn Mirin vorhanden ist, Sake-Zucker-Mischung durch 2EL Mirin ersetzen.
**Wenn Dashinomoto vorhanden ist, Austernsauce durch ½TL
Dashinomotopulver ersetzen.
- Tofu waschen und abtropfen.
Ich habe Demeter-Tofu benutzt, weil der dem japanischen sehr ähnlich
ist.
Der übliche, harte Tofu (wie bei Migros) ist auch OK. Tofu darf einfach
nicht zu weich sein.
- Tofu je einmal vertikal und horizontal halbieren und in
Speisestärke wenden.
Überschüssige Speisestärke von den Tofu-Stücken abstauben.
- Öl in der Pfanne bei mittlerer bis starker Stufe
erhitzen, Tofu-Stücke in die Pfanne geben und beide Seiten goldgelb
anbraten.
- Sojasauce, Sake, Zucker, Austernsauce und Wasser in einer
Tasse mischen. Wenn es übrige Speisestärke auf dem Teller gibt, die
auch in die Gewürzmischung geben.
- Da die Gewürze in der heissen Pfanne stark spritzen, die
Pfanne einmal vom Herd nehmen und die Gewürzmischung hineingiessen.
- Die Pfanne zurück auf den Herd stellen, kurz köcheln
lassen, die
Tofu-Stücke vorsichtig wenden, geriebenen Rettich samt Saft zugeben und
weiter ein paar
Minuten köcheln lassen.
- Mit Reis anrichten, dabei auf den
Tofu klein geschnittene
Frühlingszwiebeln streuen und mit ein bisschen geriebenem Ingwer
servieren.
10.10.2004
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